Amalie vom Kiekeberg
Ansgard, Amalie und Amadeus

Der Hasen-, Hühner- und Fasanenbesatz ist unter der immer intensiver betriebenen Landwirtschaft dahingeschmolzen. Der praktische Jagdbetrieb hat sich schwerpunktmäßig mehr und mehr  hin zum Schalenwild verlagert. Insbesondere die Jagd auf das wehrhafte Schwarzwild erlangt wegen seiner vermehrten Verbreitung auch außerhalb seiner ursprünglichen Einstandsgebiete immer mehr an Bedeutung. Hasengehorsam ÖVGP 2006

Nicht zuletzt wegen dieser Entwicklung hat im Laufe der Zeit der jagdliche Einsatz kleinerer oder mittelgroßer Jagdhunderassen stark zugenommen. Viele meinen daher, dass sich Terrier und Co für die heutigen Stöber- und Maisjagden in den Feld- und Waldrevieren besser eignen, als der große Vorstehhund. Mit Abnahme der Niederwildbestände haben sich auch noch die Ausbildungs- und Einsatzbedingungen des großen Vorstehhundes in den allermeisten Revieren  verschlechtert. Eine Abrichtung  ohne ein bestimmtes Maß an Wildvorkommen ist zudem schwierig und erfordert folgerichtig ein tierpsychologisch richtig aufgebautes intensives Abrichteprogramm unter Berücksichtigung eines möglichst rationellen Kräfte- und Zeitmanagements. Drückjagd in der Lüneburger Heide Dez. 2007

Nun besteht die Jagd aber nicht nur aus der Arbeit vor dem Schuß wie dem Stöbern bei Drück- und Treibjagden. Krankgeschossenes Wild muss immer und überall unverzüglich nachgesucht und von seinen Leiden erlöst werden. Gerade dazu bedarf es feinnasige und fährtensichere Hunde, die sich nicht zu leicht von einer gesunden Verleitfährte oder gar von einer wehrhaften kampfbereiten Sau verschrecken lassen.

Und gerade wegen dieser Bedingungen überzeugt der Vorstehhund. Aufgrund seiner vielseitig ausbildbare Begabung zum Vollgebrauchshund kann er als der Allrounder besser an die sich wechselnden Revierverhältnisse angepasst werden. Der reine Spezialist ist hier klar im Nachteil, weil er nur für den gelegentlichen Einsatz Verwendung findet und in der übrigen Jagdzeit oft nur ein Reservist bleibt. Der Vorstehhund erfreut sich somit nicht nur wegen seines glänzenden Erscheinungsbildes und seiner geschätzten Charaktereigenschaften immer noch großer Beliebtheit. Seine universelle Veranlagung läßt ihn bei konsequenter  Ausbildung zu einem leistungsstarken zuverlässigen Jagdkameraden  werden, der uns ein wertvoller Freund und Helfer nicht nur auf der Jagd  ist.

Und wie heißt es schon in der Jungjägerausbildung: Ohne Hund ist  Jagd nur  Schund. Ohne Schießeisen kann man noch gerecht jagen, doch ohne tüchtige Hunde niemals Jäger sein. Tüchtige Hunde werden aber nicht dressiert, sie werden nur gewölft, auch wenn selbstverständlich zur tatsächlichen Brauchbarkeit eine gute Abrichtung und Führung gehört. Den nötigen Jagdverstand erhält ein Jagdhund jedoch nur durch die guten Anlagen der aus strenger Leistungszucht ausgewählten Elternlinien. Das akustische Signal des spur- und fährtenlauten Jagens oder den richtigen Schneid am wehrhaften Wild kann selbst der beste Profi-Ausbilder nicht andressieren. Auch wenn jagdliche Anlagen vom gerechten Führer noch geweckt und durch jagdliche Prägung sichtbar gemacht werden müssen, die notwendige jagdliche Veranlagungen erhält der Hund nur mittels einer gesunden genetisch vielfältigen Leistungszucht, . HZP 2005HZP 2002

Ein Jäger ohne brauchbaren Hund ist  kein Jäger, zumindest keiner, der die hohe Kunst und Kultur des Jägerhandwerkes zu beherrschen meint.

Das ethische Gebot des Jägers ist die Weidgerechtigkeit, welche überall da verletzt wird, wo  nach dem Schuss, egal auf welches Geschöpf, kein brauchbarer Hund unmittelbar zur Stelle steht. Wir aus der Jägerschaft täten daher gut daran, wenn wir nicht nur aus jagdkulturellen Überlegungen sondern vor allem auch aus Tierschutzgründen nur dann den Jagdschein lösen würden, wenn entweder wir selbst aktiv  oder ein Weidkamerad im  Revier unmittelbar einen brauchbaren, nachweislich geprüften, Jagdhund führen. Auf jeder Such-, Stöber-, Drück- oder Treibjagd sollen nur ausgebildete und geprüfte, also nach dem Gesetz  brauchbare Hunde, zum Einsatz kommen. Die Brauchbarkeit können wir selbstverständlich jederzeit vor dem Treiben durch Vorlage von Prüfungszeugnisse nachweisen.

Doch leider ist noch viel zu oft von Jägern und das nicht nur am Stammtisch zu hören: “Ach, ich brauche ja gar keinen Hund, so selten wie ich den Schuss fehle, da lohnt es sich einfach nicht. Er hätte bei mir wohl nicht genug Arbeit. Zumal ich im Bedarfsfall  andere Jäger weiß, die mit ihrem Hund mir helfen könnten.” Ändert sich die Einstellung dieser Jäger nicht, so wird sich in wenigen Jahren, neben dem Mangel an Können und Wissen um das traditionelle Jägerhandwerk, auch ein Mangel an brauchbaren Jagdhunden einstellen, da diese nur noch in wenigen Jägerkreisen und bei wenigen Züchtern zur Verfügung stehen. Bringtreue 2005

In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 500.000 Welpen geboren. Davon sind gerade mal nur 90.000 in einem Rassehundezuchtverband, dem VDH organisiert (Quelle: VDH). Von diesen Rassezuchthunden fallen ca. 35.000 als Jagdhundewelpen, an der Spitze steht der Deutsche Teckel-Club mit 8.000, gefolgt von Drahthaar mit 3.500,  Deutsch Kurzhaar, Kleiner Münsterländer, Deutsch Langhaar und dem Weimaraner mit jeweils 500 bis 600 Welpen pro Jahr.  Nur bei diesen “echten” Jagdhundewelpen, welche aus einer solchen VDH-Zucht stammen (Ahnentafel mit Siegel des VDH, FCI, JGHV und Zuchtverein) und sich die jeweiligen Zwinger den strengen Zuchtbestimmungen und den Zuchtkontrollen der dem VDH angeschlossenen Zuchtvereinen unterzogen haben,  kann man mit an großer Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die zur Zucht verwandten Elterntiere und dessen Groß- sowie Urgroßeltern auch wirklich frei von schweren zuchtauschließenden Mängeln und Krankheiten waren und dass die Welpen tierschutzkonform aufgezogen wurden. Dem Erhalt der traditionellen gesunden Jagdhundezucht verpflichtend kommen  in unserem Zwinger “Weimaraner vom Kiekeberg” nur leistungsgeprüfte (VGP mit Übernachtfährte) Eltern mit nachgewiesener Gesundheit und jagdlicher Bestleistung zur Verpaarung. Denn wir glauben, dass nur die ständig und vielfältig in der Jagd geprüften Weimaraner aus bester jagdlicher Leistungszucht und aus den genetisch passenden, nicht zu engen,  Stämmen mit einem ordentlichen Schuss Bracken- und alten Leithundblut einen kranken Fuchs leidenschaftlich und sicher, selbst im schwierigsten Gelände, fährtenlaut jagen und wenn es sein muss auch abwürgen  können,  und nur sie  bringen genügend Ausdauer und den richtigen Schneid für die schwierige Nachsuchenarbeit auf Schalenwild mit, selbst wenn sie als ausgesprochene Solojäger meist am langen Riemen und nur für einen einzigen Meutegenossen, nämlich ihrem Hundeführer jagen.